URBANES

Wildwuchs im Urbanen

Ungeplant natürliche Entwicklung

Lange Zeit tauchte Natur im städtischen Kontext bestenfalls als Zierde, Randerscheinung oder Gegensatz auf. Doch vor dem Hintergrund mancher Brüche in der Stadtentwicklung wird man sich mit dem scheinbar widersprüchlichen Begriffspärchen neu arrangieren müssen.

Burgplatz-Loch in Leipzig
Im Sommer 2016 präsentierte sich die verwaiste Baustelle am Burgplatz noch grün, nach 22 Jahren war das Loch aber Geschichte

Meist denkt man Natur in Gegensatzpaaren: Natur versus Kultur, Natur versus Zivilisation oder anderswo als Widerspruch Land gegen Stadt. Doch die Lost Places zeigen, wie eng die Verbindung der vermeintlichen Antagonisten in Wahrheit ist. Wo auch immer in unserer urbanen Lebenswelt etwas nicht mehr gepflegt wird oder liegenbleibt, tritt die Natur auf den Plan und holt sich das von ihr einst abgerungene Terrain rasch zurück. Viele dieser Rückeroberungen sind aber nur eine flüchtige Zwischenlösung, in naher Zukunft werden viele dieser Stellen wieder in die geplant-betonierten Stadträume zurückkehren.

Blume am Bahnsteig
Auch eine Dauerbaustelle wie am Leipziger Hauptbahnhof kann schnell eine Begrünung nach sich ziehen

Blüten auf der Hafenbaustelle
Auf der beräumten Brachfläche des Hafengeländes ist 2014 neben dem Holzpflock der Vermesser schon einmal ein Stück Natur emporgewachsen

Blühende Landschaft auf Lokfriedhof
Die ausrangierte Technik auf dem Falkenberger Lokfriedhof verwächst harmonisch mit der sie umgebenden Natur

Fliederduft auf Industriebrache
Vor den Resten der Maschinenbau-Fabrik Swiderski in Leipzig-Plagwitz blüht der Flieder - Industriebrachen können farbenfroh sein

Blume auf Brachfläche
Auch inmitten angestammter Stadtgebiete setzt die Natur zwar sparsam, aber ohne Unterlass ihre Zeichen

Wildwuchs in Gründerzeitviertel
Auf der Fläche des verrohrten Pleißemühlgrabens ist in bester City-Lage ein urbaner Wald emporgewachsen

Gebäudereste am Leipziger Hauptbahnhof
Der Schornstein eines verfallenen Schuppens am alten Thüringer Bahnhof reckte sich noch gegen seinen Untergang empor

Bahnhof Wolkenburg
Nach dem Muldehochwasser von 2002 und der Streckenstilllegung versank der Bahnhof Wolkenburg in der Vegetation des Muldentales

Ehemalige Bahnanlage im Herbst
Herbststimmung überzieht 2009 die Reste des Güterbahnhofs Leipzig-Plagwitz, von denen bald nichts mehr zu finden ist

Verrottende Bank
Auch in der Dahlener Heide holt sich die Natur zurück, was ohne Betreuung ausharren muss

Verwachsenes Gewächshaus
Hinter der alten Wehlitzer Mühle hat die Natur an einem Gewächshausrest die Seiten gewechselt

Gundorfer Lachen
Als unbeachtetes Stück Natur präsentieren sich die Gundorfer Lachen zwischen einstiger Kiesgrube und Naturschutzgebiet


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