Seit mehr als zwanzig Jahren stehen die ausrangierten Loks auf dem Gelände im Süden Brandenburgs. Zeit genug, in der die Natur ihre kreativen Kräfte zeigen konnte. So entstand ein Ort, an dem Technik, Geschichte und Natur eng miteinander verwoben sind.
Das einstige Eisenbahn-Drehkreuz ist nur noch Provinzstation mit RE-Anbindung
Auf den ersten Blick ist die Falkenberger Loksammlung Falz ein Ort der Gegensätze. Im ehemaligen Bahnbetriebswerk oberer Bahnhof präsentiert sie inmitten der Natur verblassende Technikgeschichte unter freiem Himmel. Doch gleichzeitig ist sie ein Ort, an dem sich Natur und Technik begegnen und sich auf eine ganz eigene Weise umarmen. Die weitläufige Anlage bietet damit einen Rahmen, um über die Zeit und die Vergänglichkeit von Dingen nachzudenken. Ebenso über den Verfall technischer Artefakte und die erneuernde Kraft der Natur.
Die Sammlung im weitläufigen Freigelände bietet interessante wie ungewöhnliche PerspektivenEin ungestörter Standort ist unabdingbare Voraussetzung für ungehindertes WachstumManche Personale nannten das Führerhaus ihrer Lok auch Laube – hier gut nachvollziehbarAuch für getreue Lost-Place-Spinnen bieten die abgestellten Loks einen LebensraumDie Lok wurde 1988 konserviert abgestellt, seither versinkt der Rest in der Vegetation Während die jungen Birken emporwachsen, nagt am Dampfspender-Torso der Zahn der ZeitDie Mischung zwischen Friedhof und Kurpark verleiht dem Areal seinen besonderen ReizViele Heizer haben über Blumenerde im Tender geschimpft – Jetzt ist es welche.Den Pflanzen ist es egal, wo sie wachsen – Auch ein historischer Wagen bietet NischenAus der angrenzenden Elsteraue heraus wird eine der Loks regelrecht umschlungenMit Funktionalität ist es seit 1989 vorbei, es bleibt die ambivalente Rolle als KunstobjektNatur, aufgelassene Betriebsflächen und ausrangierte Loks, soweit das Auge reichtNur Eingeweihten offenbart die alte Preußin zwischen Grün und Mauerresten ihre IdentitätMan möchte meinen, der Szenerie fehlten nur noch Grill, Bier und CampingstühleDie Lok verbrachte ihre Einsatzzeit in der Börde – landschaftlich durchaus passendExtremer Kontrast: Junge Pflanzentriebe treffen auf rostenden StahlDer dahinrostende Loktorso wird durch Robinie und Weinranke einnehmend umarmtAn zwei Wochenenden im Jahr ist für Besucher geöffnet, die Natur bleibt nahezu ungestörtRückansichten wirken in vielen Situationen ernüchternd, hier ist es nicht der Fall
Die Aufnahmen entstanden in den Jahren 2022 und 2019. Die Anlage hat sich bis heute nicht wesentlich verändert.